Tiere essen?

Seit ein paar Wochen geistert eine Persönlichkeit durch das Internet: Die Militante Veganerin. In ihren viralsten Videos spricht sie zufällig Passanten auf der Straße an, und versucht sie zum Veganismus zu überreden. Das besondere daran: Sie ist unglaublich nervig. Von der Stimme, über die Aufdringlichkeit, bis zum absolut kompromisslosen und drastischen Auftreten: Nichts lädt zu einem Dialog ein und lässt einen schon online schnell weiterscrollen.

Ist das der richtige Ansatz? Anders ausgedrückt: Wie kann man Menschen zu einem Verhalten überreden, dass man selbst für ethisch richtig hält?

Für Raffaela, wie die militante Veganerin in echt heißt, und viele andere (inzwischen leben rund 10% der Deutschen vegetarisch!) ist die Situation nun mal klar: Fleisch essen ist ethisch falsch. Das Ermorden von unschuldigen Tieren und die einhergehende Belastung der Umwelt aus rein individuellem Verlangen des Menschen ist für sie nicht hinnehmbar. Deshalb stiften sie die, objektiv absolut sinnlose, Diskussion an. Überzeugen tut sie in den Videos zumindest keinen. Obwohl die Gegenargumente, die ihr ab und an entgegengesetzt werden, unter ethischen Gesichtspunkten nicht mal ansatzweise gegen das Tierwohl und die Verantwortung gegenüber den folgenden Generationen ankommen. Eine Auswahl:

„Es ist ungesund“ – Im Vergleich zu dem häufig mit Antibiotika kontaminierten Fleisch der Massentierhaltung ist selbst das schlechteste Sojaschnitzel besser

„Es ist zu teuer“ – Anders: Fleisch ist zu billig. Wie viel sind wir für eine gesündere Ernährung bereit auszugeben?

„Es gibt zu wenig Alternativen“ – Es werden immer mehr. Der Markt passt sich einer steigenden Nachfrage an.

„Es schmeckt mir halt“

Auf den letzten Punkt bricht es sich im Regelfall herunter. Und so viel Raffaela auch nachfragt, über dieses Totschlagargument kommt sie nicht hinaus. Denn hier liegt das Problem in ethischen Problemfragen: Sie müssen individuell beantwortet werden. Wir alle haben einen freien Willen, der unsere Weltsicht determiniert. Wer es mit seinem eigenen Gewissen ausmachen kann, all diese Argumente zu ignorieren, wird seine Meinung auch nach einer weiteren nervtötenden Diskussion nicht ändern. Das Einzige, was sie also erreicht, und wie auch in den Kommentaren zu den Videos deutlich ersichtlich wird, ist eine Spaltung und Verhärtung der Positionen. Es entwickelte sich eine Art Anti-Club, der aus Prinzip mehr Fleisch essen möchte. Das Ziel ist somit eindeutig verfehlt.

Was ist also die Alternative? Wie könnten Menschen vom Fleischessen abgebracht werden? Zunächst: Weg von dieser bevormunderischen Art! Keiner mag es, wenn mit ihm wie mit einem kleinen Kind gesprochen wird, das keine Ahnung von der Welt hat. Die einzige Lösung ist, subtil auf Selbstreflektion hinzuwirken und somit einen Sinneswandel hervorzurufen. Es muss auch nicht immer sofort der Veganismus sein. In Deutschland verstehen sich über 50% der Menschen als Flexitarier, die Fleisch bewusst genießen. Das kann eine gute Vorstufe hin zu einem gesünderen Verhältnis zu Tierprodukten sein.

2 Antworten zu „Tiere essen?“

  1. Danke für die Infos , ich essen trotzdem weiter Fleisch

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  2. WIR SIND HIER! WIR SIND HIER! GEGEN FLEISCH ESSER.

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